Die Kunst der Busbegleitung
Gästeführer üben bei Ausbildungsmodul Bustouren
„Meine Damen und Herren, links sehen Sie Hopfengärten“, erklärte Winfried Stark bei der Mikrofonübung. Zusammen mit 14 weiteren Gästeführern nahm der MAI-Tour Vorstand an der Schulung zur Busbegleitung am Freitagabend im Rathaussaal teil. Die Mainburger Stadtführer erhielten im vergangenen Jahr immer mehr Anfragen von Busgruppen, die Hallertau wird zum gefragten Ausflugsziel.
Stark und das Mainburger Stadtführer-Team nutzten den Winter, um vier Routen und Ausflugsvorschläge auszuarbeiten. Alle eignen sich für Einheimische wie Gäste aus anderen Regionen. „Wir haben jetzt alles im Angebot, von der Halbtagesfahrt bis zum Hopfenschwerpunkt“, erläuterte der MAI-Tour Vorstand den neuen Flyer, der auch online verfügbar ist. Bei Bedarf und je nach Interesse der Gruppe können Besichtigungen hinzugebucht werden, den Gästen stehen mehrere Varianten zur Verfügung. „Damit decken wir alle Bedürfnisse ab“, so der MAI-Tour Vorstand.
Ritsch Ermeier und seine musikalischen Bus-Rundfahrten wuchsen inzwischen vom Geheimtipp zum gefragten Angebot. Doch auch ohne Musik hat die Hallertau viel zu bieten für Gäste. Die Hügellandschaft lässt sich gemütlich erkunden, schöne Landschaften wechseln sich ab mit barocken Kirchen, schmucken kleinen Orten, Hopfenbetrieben und Museen.
Den Umgang mit Gruppen bei einer Stadtführung beherrschen alle, die Besonderheiten bei Bustouren erarbeiteten sie sich in der aktuellen Schulung. Wie fühlt es sich an mit Gästen zu sprechen die man nicht sieht? Die Gruppen sitzen hinter dem Stadtführer im Bus, die Kommunikation läuft deutlich anders ab. Was muss rechtlich und organisatorisch beachtet werden und wie spricht man in ein Mikro? Das probten die Teilnehmer in der rund dreieinhalbstündigen Schulung in Theorie und Praxisübung. Sie lernten die Unterschiede zwischen Reiseveranstaltern und Gästeführern, korrekte Routenplanung, Preiskalkulation und Vorbereitung.
Neben den MAI-Tour Mitgliedern und den Teilnehmern der gerade laufenden Gästeführer-Ausbildung kamen auch vier Kollegen von den Auer Markt-Strawanzer zum Kurs. Sie möchten gerne bei Busbgeleitungen mitarbeiten und zudem vor Ort in Au bei Bedarf führen. Die Ziele rund um Au kennen sie am besten. Zusätzlich hatten sich Kollegen aus den umliegenden Landkreisen mit angemeldet. Die bunt gemischte Gruppe profitierte von den unterschiedlichen Erfahrungen und Fragen. Die Pause sowie die Zeit nach der Schulung nutzten alle für intensiven Austausch. Tobias Grüner vom Omnibusunternehmen wurde als externer Fachmann hinzugezogen. Er erklärte die Grundlagen, wusste was Gästeführer unbedingt vermeiden sollten im Bus und wie die Zusammenarbeit am besten funktioniert. „Der Gästeführer muss die Route kennen“, erklärte Grüner, und zwar eine die von einem Bus befahren werden kann. „Rechtzeitige Hinweise zum Abbiegen kommen auch gut an“, wusste er aus Erfahrung.
„Heute Nacht träume ich von Busreisen“, lachte ein Teilnehmer beim der Abschlussdiskussion. „Wir freuen uns auf die Busgäste in Mainburg“, verabschiedete Winfried Stark seine Kollegen nach der Schulung. Er wird die Anfragen von Gruppen entgegennehmen und koordinieren.
(Veröffentlicht in der HZ am 31.03.2023)